Sabotage

Charles Reinert, Signalbediener bei der Eisenbahn in Caen, engagiert sich im Widerstand und beteiligt sich an Sabotageakten :

« Die erste Sabotage durch Losschrauben und Umsetzen einer Schiene an der ich beteiligt war, betraf einen deutschen Urlauberzug.

Da das Gleis zu früh durchtrennt wurde, war es nur eine einzelne Lokomotive die ankam. Die Mannschaft meldete die Unterbrechung. Die nächste Operation fand hinter Mézidon statt. Dieses Mal war es eine Bombe, die mit Sprengstoff hergestellt worden war, der von den Arbeitern im Steinbruch kam. Sie wurde vor dem anvisierten Urlauberzug auf die Gleise gelegt, explodierte aber nicht.

Nach diesem zweiten Fehlschlag beschloss unser Team, zur Methode des Losschraubens von Schienen zurückzukehren. Ein neuer Sabotageakt fand in Moult statt und ein anderer wenige Zeit später, an dem ich aber nicht teilgenommen haben. Zwei deutsche Urlauberzüge entgleisten während dieser beiden Aktionen und führten zu acht getöteten feindlichen Soldaten und zahlreichen Verletzten.
»

Charles Reinert in Les cheminots dans la bataille du rail, Maurice CHOURY, Librairie Académique Perrin, 1970

 

Yves Cadillac, Leiter einer Gruppe von Eisenbahnern der FTP im Departement Gard und mehrere seiner Kameraden lassen einen Zug entgleisen, der 700 000 Tonnen Steinkohle für die im Auftrag der Deutschen arbeitenden Werften in La Seyne geladen hatte:

« Etienne und ich steigen in die Lok und ich versuche mehrere Male, den Zug in Bewegung zu setzen. Hinten steht ein anderer Kamerad an der Bremse. Ich versuche im Rückwärtsgang anzustoßen, aber ich schaffe es nicht. Verzweifelt hole ich einen der Mechaniker zurück, der Ablasshähne und Sanddorne der Maschine öffnet und sie zum Fahren bringt. Er springt sofort ab und wir fahren los, nachdem wir mit einem Pfeifen den Kameraden angewiesen haben, die Bremse zu lösen.

Der Zug fährt, ich beobachte die Signale und Etienne schaufelt mindestens eine Tonne Kohle in den Kessel, damit der Druck nicht abfällt und nicht dazu führt, dass die Bremsen sich in der Abfahrt schließen.

Wir nähern uns dem Bahnhof von Mas-de-Ponge und ich sehe Menschen auf dem Bahnsteig. Ein Moment der Anspannung... Im Gegensatz zum Vortag, an dem kein Mensch im Bahnhof war, weil alle Boules spielten, riskierten wir heute erkannt zu werden. Etienne beginnt wieder mit dem Schaufeln der Kohle und ich überprüfe die Versorgung mit Öl, wobei ich darauf achte, meine Hände als Schutz vor das Gesicht zu halten, denn wir haben unsere Masken nach Abschluss der Evakuierung des Zugs abgenommen. Wir durchfahren den Bahnhof ohne Probleme. Der kritische Punkt ist gekommen, wir beide müssen den Zug verlassen. Ich bremse mit der mehrlösigen Bremse, damit Etienne am abgemachten Zeitpunkt abspringen kann. Ich öffne die Bremse, lasse die Luft voll einströmen, öffne den Regler (nicht zu stark, damit der Zug nicht vor dem gewollten Punkt aus den Schienen springt) und nach einem letzten Blick steige ich die Treppe hinunter und hopp!... …

Der Zug hatte schon Fahrt aufgenommen und trotz meiner Erfahrung schlage ich beim Aufkommen auf den Schotter einen Purzelbaum, der einem Zirkusclown würdig gewesen wäre.
»

Yves Cadillac in Les cheminots dans la bataille du rail, Maurice CHOURY, Librairie Académique Perrin, 1970

 

Ehrenkodex des französischen Freischützen und Partisanen :

« In unserem unterdrückten Frankreich, das sich so schnell wie möglich seiner Eindringlinge erwehren will, wird sich das ganze Volk morgen in einem einzigartigen nationalen Aufstand erheben, der auf dem Kontinent der Beitrag unseres Landes zur Strategie der Alliierten sein soll. Aber der Aufstand, von dem General de Gaulle mit Recht sagt, dass man ihn nicht von der nationalen Befreiung trennen kann, muss vorbereitet werden und es ist eine Ehre für die französischen Freischützen und Partisanen in großem Maß zu diesem unabdinglichen Vorspiel zur bewaffneten Erhebung der Nation gegen den Eindringling beizutragen.

Französische Freischützen und Partisanen, ihr stellt auf dem Boden der Heimat die Vorhut der Armee des kämpfenden Frankreichs, ihr erntet den gleichen Ruhm wie die heldenhaften Seeleute von Toulon, die Soldaten von Bir-Hakeim und Tunesien, dem Ruhm derer, die für die Erlösung des Vaterlands kämpfen.

Ihr seid es, die französischen Freischützen und Partisanen, die in euren Rängen zahlreiche Offiziere, Unteroffiziere und Soldaten aus der von den Deutschen aufgelösten Armee des Waffenstillstands zählt, die den Kern der zukünftigen nationalen Befreiungsarmee bildet. Ihr seid der Stolz und die Ehre Frankreichs und durch die feierliche Unterzeichnung der präzisen Verpflichtungen im Ehrenkodex der französischen Freischützen und Partisanen tragt ihr dazu bei, das Prestige der FTPF noch weiter zu steigern und die Verbindungen zu stärken, die alle Patrioten vereinen, die der Masse des französischen Volks, das in seiner Gesamtheit morgen zu den Waffen greifen wird, den Weg des bewaffneten Kampfs zeigen müssen.
»