Die Medizin der Nazis und die Experimente

Der Nationalsozialismus basierte auf rassistischen und antisemitischen Theorien und vertrat die Überlegenheit der «Arier» von «reiner deutscher Rasse» über alle anderen Menschen. Diese Theorien suchten nach einer Bestätigung in den pseudo-medizinischen Arbeiten, die von deutschen Professoren und Ärzten durchgeführt wurden, die Hitler für seine Ideen gewinnen konnte. Die Experimente mit verschiedenen Krankheiten, Kampfgasen und «Rassenstudien» wurden in verschiedenen NS-Lagern an den Deportierten durchgeführt.

Im KZ Natzweiler wurden im Rahmen der Arbeiten der Reichsuniversität Straßburg und der SS-Verwaltung Ahnenerbe, die dem Generalstab von Himmler in Berlin angeschlossen war, mehrere Reihen «medizinischer» Experimente durchgeführt. Die wichtigsten Akteure und Schuldigen an diesen Experimenten waren: August Hirt, Anatomieprofessor mit internationalem Ruf, Otto Bickenbach, Medizinprofessor und Kampfgasspezialist sowie Eugen Haagen, Virologe, Entdecker eines Impfstoffs gegen Typhus, was ihm 1936 einen Eintrag auf die Liste der Kandidaten für den Medizinnobelpreis verschaffte.

Hirt führte Experimente mit Yperit - Senfgas - durch und wollte sich mit den Körpern der 86 aus Auschwitz verlegten Deportierten eine Skelettsammlung aufbauen. Bickenbach unternahm Versuche mit Phosgengas und Haagen setzte seine Arbeiten über die Auswirkungen von Typhus fort.