Die Gaskammer

Im KZ Natzweiler wurden die Deportierten weder systematisch noch nach Massenauswahlverfahren vergast.

Die Gaskammer wurde 1943 vom Lagerkommandanten Josef Kramer auf Antrag der nationalsozialistischen Medizinprofessoren der Reichsuniversität Straßburg eingerichtet, um medizinische Experimente durchzuführen. Die Gaskammer wurde in einem kleinen 9m2 großen Raum im ehemaligen Festsaal des Gasthauses Struthof eingerichtet, das bereits von den Truppen der SS beschlagnahmt worden war.

Vom 14. bis zum 21. August 1943 wurden dort 86 jüdische Deportierte, die aus Auschwitz nach Natzweiler deportiert worden waren, vergast. Ihre Körper sollten dazu dienen, eine Skelettsammlung für Professor August Hirt, den Direktor des Anatomischen Instituts der Reichsuniversität Straßburg, zu bilden.

Die Gaskammer wurde auch für Testverfahren neuer Gase genutzt. Dabei wurden Deportierte, in erster Linie Zigeuner, als Versuchskaninchen genutzt.