Die Ankunft am Bahnhof Rothau, die Deshumanisation vor dem Lager

Die Ankunft am Bahnhof Rothau, die Deshumanisation vor dem Lager

« Wir erhalten den kategorischen Befehl, die Waggons schnell zu verlassen. Ein großer SS, Ehrmanntraut (…) gestikuliert mit seinen enormen Beinen und Armen, mit denen er einen Ochsenziemer schwingt.

Das Leben in der Hölle hat begonnen. Wir sind "schnell", immer "schnell", dieses Wort hören wir nun den ganzen Tag über – auf dem Bahnsteig aufgereiht (…).

Man zeigt uns drei Lastwagen und dann beginnt das verzweifelte Rennen durch Reihen, über Gleise und Bahnsteige, um sie zu erreichen und hineinzuklettern, verfolgt von den Hunden und den mit Knüppeln bewaffneten SS (…).

Die Lastwagen fahren mühsam eine steile Steigung mit zahlreichen Kurven hinauf. Wir erreichen die Schneegrenze (...). Ich habe nur einen einfachen Anzug und keinen Mantel und mir fängt an kalt zu werden. Ich sage "kalt" zu einem SS und das Wort löst bei ihm eine Lawine von Beschimpfungen aus, von denen ich nichts verstehe. Das sollte noch kommen. Wir sollten jeden Tag in dieser Atmosphäre von konstantem, nervtötendem Gebrüll leben (…).

Wir kommen ganz oben auf dem Berg an, auf dem kein Baum steht. Der Wind pfeift fürchterlich und wirbelt den Schnee auf. Nachdem wir rechts einen großen Bauernhof mit zahlreichen Nebengebäuden - den Struthof - hinter uns gelassen haben, kommen wir an einer kleinen Villa auf der linken Seite vorbei, aber bitte mit Schwimmbecken! Das ist das Haus des Kommandanten (...) und wenige hundert Meter weiter stehen wir am Tor des Lagers, das sich am Hang hinaufzieht.
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André RAGOT