Das tägliche Leben

« Man soll sich hinlegen und schlafen. "Drei pro Bett" so lautet der Befehl... Man schubst sich herum, man schreit sich an, man sammelt sich nach Nationalitäten. Man schmeißt den Eindringling raus, der einen unbedingt als Matratze benutzen will, während man es sich selbst auf dem Rücken eines wackeren Kameraden relativ bequem gemacht hat. Also drei pro Bett... Das ist möglich. Manchmal schläft man ganz gut... Nehmen wir an, es ist 21.30 Uhr. Alle haben sich theoretisch zusammengerottet, um zu schlafen. In der dritten Etage kriegt man keine Luft, in der ersten erfriert man fast...

Lautes und störendes Schnarchen ertönt... Und der Kampf beginnt. Der Kampf des großen fetten Viehs... Man kratzt sich mit Leidenschaft und Ausdauer, um die Läuse, Flöhe und Wanzen zu vertreiben, mitfühlende Tierchen, die wir zu Hunderten mit uns herumtragen.»
Jacques SONGY

« Ich habe gelernt, ohne zu Zucken für einen normalen Menschen unerträgliche Schmerzen zu ertragen, ich habe aber auch gelernt, mich an winzigen Kleinigkeiten zu erfreuen: ein Sonnenstrahl, das Spiel des Lichts auf den Bergen, einige Minuten ruhiger Schlaf, ein Stückchen schlechtes Fleisch unten in meiner Schüssel, ein zivilisiertes Gespräch mit einem Kameraden....»
Jean LEGER

Petite chronique de l’horreur ordinaire, éd. ANACR Yonne

Deine Hände werden bluten,
Deine Füße werden bluten
Du leidest, der Berg schlägt
Auf deinen müden Rücken, auf deine wunden Arme
Auf deine keuchende Brust
Auf deinen klaren Kopf.
Du wirst fallen! Aber Energie und Lebenswille
Für ein Kind, für eine Mutter,
Für eine Frau oder deine Götter
Du wirst dich erheben, die Zähne zusammenbeißen,
Du wirst weitergehen.
Léon BOUTBIEN
Le Gourou, témoignage de déportation au KL-Natzweiler