Die Inhaftierung

« Ich habe fünf Monate in Fresnes verbracht, von März bis September 1943. Ich war ganz allein in einer Zelle. Meine Eltern schickten mir einmal pro Monat Wäsche und Proviant. Meine Mutter kam jeden Monat mit zwei Koffern von Bar-le-Duc nach Paris. Einen für meine Schwester [die zur gleichen Zeit festgenommen wurde] und einen für mich, die sie am Eingang abgab.


In einer Ecke gab es eine Strohmatte, auf der anderen Seite ein Brett an der Wand, dazu eine Kloschüssel mit einem Wasserhahn darüber und einen Stuhl. Ein Schüssel, einen Becher, eine Schaufel und eine Bürste. Ein Fenster aus Mattglas, verriegelt.

Und dann die tägliche Routine: Tag und Nacht der Judas der aufgeht, die Wachen die vorbeigehen, am Morgen der "Kalfaktor" vom Dienst, begleitet von einem deutschen Soldaten. Am Morgen schüttet man den Inhalt seiner Schaufel in den Eimer und wäscht sich wie es eben geht. Man streckt seinen Becher aus und erhält eine Art schwarzes Wasser mit einem Stück Brot.

Tagsüber eine klare Suppe, in der einige Kohlblätter schwammen. Ich litt am Hunger, an der Kälte, der Isolation, der Angst vor den Befragungen und insbesondere am Luftmangel.

Während der ersten drei, vier Tage passierte nichts. Man hörte vage irgendwelche Geräusche in der Ferne, aber man war wirklich allein. Es war eine Art Quarantäne seitens der Nachbarn. Ein "Neuer" kann ein "Mouton", ein Spitzel sein. Einige Tage später begann man Beziehungen aufzubauen. »

François Perrot in Jusqu'au bout de la résistance, FNDIR und UNADIF, Stock, 1997