Gab es während des Kriegs Ausbrüche aus dem Lager?

Während in den ca. 70 Nebenlagern um die 150 Ausbrüche registriert wurden, hauptsächlich zum Ende des Kriegs, als die Bewachung im Verhältnis zu vorher etwas weniger streng war, gibt es nur einen gelungenen Ausbruchsversuch aus dem Hauptlager. Dieser Ausbruch fand am 4. August 1942 statt. 5 Deportierten, die Arbeitskommandos außerhalb des Stacheldrahtzauns bei der Gaststätte des Struthof zugewiesen waren, gelang es sich SS-Uniformen und ein Fahrzeug zu besorgen, mit dem sie den Kontrollpunkt am Lager passierten und bis in den besetzten Teil Frankreichs fliehen konnten. Von den fünf Gefährten wurde nur ein einziger gefasst und ins Lager zurückgebracht. Nachdem er mehrere Tage gefoltert wurde, erhängte man ihn am 5. November 1942 vor den Deportierten. Anschließend gab die Zentraldirektion der Lager in Oranienburg ein Rundschreiben heraus, in dem eine Verschärfung der Sicherheitsmaßnahmen und der Kontrollen der Fahrzeuge gefordert wurde.