Die verschiedenen architektonischen Gedenkstätten

Die Aschegrube

Gleich nach Ende des Kriegs wird die "Aschegrube" genannte Zone im unteren Teil des Lagers erhalten. Zu Beginn handelte es sich dabei um die Klärgrube der Toiletten des Lagers aber mit dem brutalen Anstieg der Sterblichkeit verteilten die SS darin auch die Asche der Leichen. Als das Lager in ein Gefängnis umgewandelt wird, wird der untere Teil des Lagers durch einen Zaun abgetrennt. Ein Kreuz und eine provisorische Stele werden dort errichtet. Im Rahmen des Projekts zur Umwandlung des Lagers in einen Ort des Gedenkens gestaltet Bertrand Monnet die "Aschegrube" mit der Inschrift "Ehre und Vaterland, Ossa Humiliata" sowie einer Gedenkmauer auf der die Gedenktafeln angebracht werden können. Anlässlich der Zeremonie des 23. Juni 1960 verneigt sich General de Gaulle vor der Tafel mit der Inschrift "Hier ruht die Asche der unbekannten Märtyrer, Opfer der Nazis 1944". In der Folge werden noch weitere Tafeln an dieser Mauer der Erinnerung angebracht, die zum wichtigsten Ort der Besinnung im Inneren des Lagers wird.

Die Totenlaterne

Eine Tag und Nacht brennende Totenlaterne wird am 22. Juni 1964 vom Minister Jean Sainteny eingeweiht. Sie steht an der Stelle der Gemüsegärten der SS, zwischen der Villa Ehret und dem Stacheldrahtzaun, wo die Asche als Dünger verstreut wurde.

Die Sandgrube

In der Sandgrube, die der Gestapo von Straßburg als Hinrichtungsplatz diente, wurde 1970 eine Tafel angebracht, die das Denkmal aus Holz ersetzt, das dort errichtet worden war. Sie trägt die Inschrift "Zum Gedenken an die Widerstandskämpfer aller Nationalitäten und an die 17 jungen Patrioten aus Ballersdorf und Umgebung (Haut-Rhin), die zwischen 1941 und 1944 hier von den Nazis hingerichtet wurden".

Der Gisant

Die Exekutivkommission regte die Anfertigung einer Bronzestatue an, die vom Bildhauer Georges Halbout gefertigt und 1973 am Eingang des Lagers aufgestellt wurde. Der Gisant wird, ebenso wie eine Gedenktafel im Krematorium zu Ehren der 33 Mitglieder der mobilen Gruppe Alsace-Vosges, die zur gleichen Zeit wie die Mitglieder des Alliance-Netzes massakriert wurden, am 24. Juni 1973 vom Minister André Bord anlässlich der jährlichen Zeremonie eingeweiht. Der Gisant stellt einen zum Skelett abgemagerten Körper eines auf dem Boden liegenden Deportierten dar. Eine Kopie dieser Figur wurde auf dem Friedhof Père Lachaise in Paris in der Mitte des Monuments Natzweiler-Struthof installiert, das am 20. November 2004 eingeweiht wurde.

Die Gedenktafel für die vier Frauen des SOE

Am 22. Juni 1975 besucht der Premierminister Jacques Chirac den Struthof anlässlich des 30. Jahrestags der Befreiung der Lager. Dort enthüllt er die Tafel an der Seite des Verbrennungsofens zu Ehren der 4 Frauen des britischen Geheimdiensts SOE, die in den Nacht vom 6. Juli 1944 im Lager hingerichtet wurden.

Das Lothringer Kreuz zu Ehren der NN-Deportation

Am 24. Juni 1979 weiht Maurice Plantier, Staatssekretär, zuständig für die Kriegsveteranen und Kriegsopfer das Mahnmal zum Andenken an die NN-Deportation ein. Dieses präsentiert sich in Form einer Stele, die von einem Lothringer Kreuz überragt wird und fand seinen Platz im unteren Teil des Lagers, in der Mitte der letzten Plattform, auf der früher die Baracken der Deportierten standen. Es trägt die Inschrift "Zu Ehren der französischen Widerstandskämpfer, die in den Gefängnissen der Nazis hingerichtet wurden oder verschwunden sind".

Der Platz des Generals Delestraint

Am 22. Juni 1985: Jean Laurain, Staatssekretär, zuständig für die Kriegsveteranen und Kriegsopfer weiht anlässlich des 40. Jahrestags der Befreiung der Lager den Platz des Generals Delestaint ein.