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Die Nebenlager des KL-Natzweiler 1942-1945

     

Wie die anderen Konzentrationslager verwaltet auch das KL-Natzweiler ein Netz von ca. 70 Nebenlagern, die in Deutschland, im annektierten Elsass und in zwei Fällen im besetzten Frankreich lagen.

Das erste wird am 15. Dezember 1942 mit 200 Deportierten in Obernai eingerichtet. Eine der Besonderheiten des KL-Natzweiler ist, dass die Nebenlager selbst nach der Evakuierung des Hauptlagers 1944 weiter funktionieren und sich sogar weiter entwickeln, da noch im Jahr 1945 neue Nebenlager gegründet werden (z.B. Calw und Dormettingen am 1. Januar 1945).

Der Deportierten

Die Herkunft der Deportierten in den Nebenlagern unterscheidet sich von der im Hauptlager. Die Juden, zahlenmäßig die zweitgrößte Gruppe des Natzweiler-Komplexes, werden größtenteils in die Nebenlager deportiert. Josef Kramer, der zum Kommandanten von Auschwitz ernannt worden war, verlegte zahlreiche Juden als Arbeitskräfte in die Nebenlager von Natzweiler. Ende September 1944 beläuft sich ihre Zahl auf 6000 Männer und Frauen. Die einzigen in Natzweiler immatrikulierten Frauen arbeiten in den Nebenlagern. Alle sind Jüdinnen und kommen größtenteils aus Auschwitz.

Die Arbeit

Die Nebenlager des KL-Natzweiler wurden eingerichtet, um den Bedarf der Nazis an Arbeitskräften zu verwalten. Ihre Entwicklung ist eng mit der Entwicklung des Kriegs verbunden. Die Nebenlager, die ab 1942 gegründet werden, dienen einzig der SS, die Deportierten bauen und warten Schulen und Ausbildungslager der SS. Ab 1943 beginnen die Deportierten für die NS-Kriegsindustrie zu arbeiten, um es der Wehrmacht zu ermöglichen, auf die Rückschläge an der Ostfront zu antworten. Die Periode gegen Ende 1944 zeugt von der Flucht des Reichs nach vorne, mit einer Steigerung der Anzahl der eingerichteten Nebenlager, die mitten in Deutschland angelegt werden. Die Nationalsozialisten richten in höchster Eile eine Industrie der Zwangsarbeit ein, die aber keinerlei Produktionszwecken entspricht. Private Unternehmen unterzeichnen Verträge mit der SS, Eigentümerin der Arbeitskräfte, die gnadenlos ausgenutzt werden können. In diesem System interessieren sich weder die SS noch die Privatunternehmen für Menschenleben.

Die Arbeitsbedingungen sind umso schwieriger, als viele der Lager in Stollen oder Tunneln vergraben sind, um nicht von den Alliierten bombardiert zu werden. Die Arbeit, der Hunger und das Fehlen von Licht und Behandlung führen zu zahlreichen Epidemien. Die Sterblichkeitsrate kann so auf bis zu 80 % steigen.

Die Abläufe des Todes

Zwischen Ende März und Ende April 1945 führt die Evakuierung der Lager durch die Todesmärsche zum Tod von 5000 Deportierten.

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