Die Gründung des KL-Natzweiler auf dem Struthof

Nach dem Waffenstillstand vom 22. Juni 1940 wurde das Elsass und das Departement Moselle de facto vom Dritten Reich annektiert. Beamten des Dritten Reiches nahmen die Posten in den Behörden ein, deutsches Geld und Gewohnheitsrecht wurden eingeführt, Fabriken und Minen germanisiert und die Nutzung der französischen Sprache verboten. Ab 1942 wurden Elsässer und Moselaner zwangsweise in die Wehrmacht eingezogen.

Heinrich Himmler, der Chef der Gestapo und der Polizei, und Oswald Pohl, der Leiter des Wirtschaftsverwaltungshauptamtes der SS (WVHA), wollten Konzentratrationslager in der Nähe der Steinbrüche errichten, um die Deportierten wirtschaftlich auszunutzen, wie in Mauthausen oder in Flossenbürg, durch die Deutschen Erd- und Steinwerke (DEST) - ein Minenunternehmen der SS, das im Jahre 1938 von Himmler gegründet worden war.

Seit dem Beginn des 20. Jahrhundertes war der sogenannte Struthof auf dem Mont-Louise vor allem bei den Straßburgern ein sehr beliebter Urlaubsort. Dort befand sich ein Hotel und Skipisten. Für Karl Blumberg, Geologe und Oberst der SS, war die Region um den Struthof wegen ihrer Rosengranitader reizvoll. Am 21. und 23. Mai 1941 kamen die ersten Deportierten in zwei Konvois aus Sachsenhausen auf dem Struthof an und begannen mit dem Bau der Baracken des KZ Natzweiler. Das Konzentrationslager wurde am Oktober 1943 fertiggestellt und als verbotene Zone erklärt.