Die Misshandlungen, die Krankheiten, die Erschöpfung und der Tod

Die Misshandlungen, die Krankheiten, die Erschöpfung und der Tod gehörten zum täglichen Leben der Deportierten. Sie litten unter den Verletzungen durch Hiebe, die sie von den Kapos und den SS-Männern erhielten, sowie unter den Bissen der Hunde, die darauf abgerichtet waren, sie anzugreifen. Sie konnten auch bestraft werden und zu Peitschenhieben auf dem Prügelbock oder einer Inhaftierung im Bunker im unteren Teil des Lagers verurteilt werden. Bis auf die Knochen abgemagert, erschöpft, verwundet, krank, ohne Behandlung, gleichgültig, ob sie auf die Krankenstation kamen oder nicht, kamen viele Deportierte ums Leben. In Natzweiler-Struthof lag die Sterblichkeitsrate bei 40 %; in den Nebenlagern konnte sie 80 % erreichen.

Deportierte, die einen Fluchtversuch wagten oder verdächtigt wurden, einen Fluchtversuch zu planen, wurden zum Tode verurteilt: Dieses Urteil wurde entweder durch den Strang oder das SS-Todeskommando verstreckt.

Die Straßburger Gestapo nutzte das Lager ebenfalls als Hinrichtungsplatz. So wurden 1943 dreizehn Jugendliche aus Ballersdorf (Haut-Rhin) auf Grund ihrer Weigerung in die Wehrmacht einzutreten und des Versuchs, die annektierte Zone zu verlassen, im Steinbruch erschossen. Im September 1944, kurz vor der Evakuierung des Lagers, wurden Mitglieder des Alliance-Netzwerks und Maquisards aus den Vogesen ins Lager gebracht, um dort hingerichtet zu werden.

Die Leichen der Deportierten wurden in den Verbrennungsöfen des Krematoriums verbrannt.