Das Ausheben dieses Kellers mit seinen 22 Zellen und einer Länge von 120 Metern beginnt am 30. Juni 1943. Ein Kommando von 80 bis 120 Deportierten führt bis Ende September die Erdarbeiten durch. Die Betonarbeiten beginnen im Oktober und setzen sich bis 1944 fort. Zwei SS-Baracken werden anschließend über dem Keller errichtet.
Die ersten französischen Nacht-und-Nebel-Deportierten, die am 9., 12. und 15. Juli 1943 eintrafen, werden sofort der Baustelle des Kartoffelkellers zugewiesen, die unter der Verantwortung von Franz Ehrmanntraut, einem der gefürchtetsten SS des Lagers stand.
Gepeinigt, von den SS geschlagen und von den Hunden gebissen, sind die Deportierten mit ihren Kräften bald am Ende. Der Lagerkommandant Josef Kramer zwingt sie jedoch immer wieder an die Arbeit zurückzukehren, wo sie weiterhin von Ehrmanntraut und den Kapos gequält werden. Dieses Verhalten wird von einem der SS-Offiziere an die Generalinspektion der Konzentrationslager gemeldet. Kramer ist gezwungen, die Leiden der Deportierten zu mildern, die ab Oktober 1943 ein Recht auf Zugang zur "Krankenstation" des Lagers erhalten.
Es gibt keinerlei Hinweis, wozu dieser Keller eigentlich dienen sollte, sicherlich nicht zur Lagerung von Kartoffeln.
Der Kartoffelkeller ist ein Symbol der Unterdrückung, der Erschöpfung und der Erniedrigung der Deportierten durch Arbeit und Schläge; er zeugt vom absoluten Willen der Nazis, jeden Widerstand und jede Hoffnung zunichte zu machen.
Diese große Betonbau ist das Herzstück des Centre Européen und die Dauerausstellung ist um ihn herum aufgebaut.