Das ist auch der Grund, warum die Idee geboren wurde, ein europäisches Museum der politischen Deportation in der Nähe des Struthofs einzurichten.
8. Dezember 1988: Bob Sheppard, Präsident des Deportiertenverbands Amicale Nationale des Déportés et Familles de Disparus de Natzweiler-Struthof schreibt an die Historische Direktion des Staatssekretariats für die Kriegsveteranen und spricht die Einrichtung eines Museums auf dem Struthof an. "Durch seine Situation und die wunderbare Anlage kann und muss Natzweiler in der Nähe von Straßburg zu einem europäischen Ort der Versammlung und Besinnung werden... ein Museum wird außerhalb des Lagers gebaut und soll zu einem echten nationalen und europäischen Museum für alle Nationen werden, die Deportierte hatten.
6. Februar 1991: Besprechung des Exekutivkomitees des Struthofs über die Zukunft der Gedenkstätte auf dem Struthof, mit dem Vorschlag von 2 Museen, eines spezifisch auf die Geschichte des Lagers Struthof ausgelegt, das andere der Erinnerung an die Deportation gewidmet.
9. April 1991: Auswahl des Standorts für das zukünftige "Europäische Museum der Deportation" durch die Mitglieder der Exekutivkommission des Struthofs und den Referenten des Staatssekretariats für die Kriegsveteranen: Das Museum soll über dem Kartoffelkeller errichtet werden, in direkter Nähe des aktuellen Lagers.
4. Juni 1992: Louis Mexandeau, Staatssekretär für die Kriegsveteranen und Kriegsopfer informiert die Präsidenten der internationalen Komitees der Nazi-Konzentrationslager und die anderen Verantwortlichen der Organisationen über die Absicht des französischen Staatspräsidenten, ein Zentrum der Deportation und des Konzentrationslagersystems der Nazis auf der Anlage des Struthofs zu errichten.
20. Juni 1992: Treffen der 9 Präsidenten der internationalen Komitees der Nazi-Konzentrationslager und ca. 20 Präsidenten und Verantwortlichen von Organisationen des Widerstands und der Deportation in der Präfektur von Straßburg, unter der Leitung von Roger Jouet, Delegierter für das Gedenken und die historische Information, der Louis Mexandeau, den Staatssekretär für die Kriegsveteranen und Kriegsopfer vertritt. Das Projekt sowie eine Serie von Vorschlägen zur Terminologie und den Zielsetzungen des zukünftigen Zentrums werden einstimmig angenommen. Das Projekt wird auf Grund der großen Anzahl anderer Projekte über die gleiche Periode (internationale Finanzierung der Arbeiten an der Erhaltung des Lagers Auschwitz, Arbeiten rund um ein Museum der Deportation in Paris, Projekt des Museums von Royallieu-Compiègne…) zunächst auf Eis gelegt.
10. September 1995: Zum 50. Jahrestag der Befreiung der Lager kommt der Premierminister Alan Juppé zur jährlichen Gedenkfeier auf den Struthof. Der Präsident der Exekutivkommission spricht ihn erneut auf die Idee eines europäischen Museums auf dem Struthof an. Das Projekt - mit einer teilweisen europäischen Finanzierung - kommt erneut auf den Prüfstand.
21. Oktober 1997: Jean-Pierre Masseret, Abgeordneter der Region Elsass-Lothringen, Staatssekretär für die Kriegsveteranen, verspricht seitens der Regierung den Bau eines Gedenkmuseums auf dem Konzentrationslager Natzweiler-Struthof.